book review: Handbuch Handlettering

13.04.2017

Ich mag Schrift. Im meinem ersten Semester an der FH mußten wir mit der Feder die römische Capitals üben, aber am Ende jeder Übung gab es eine Freestyle Aufgabe. Frei Schnauze drauflos schreiben, aus dem Handgelenk die Feder herumwirbeln und doch halbwegs lesbar den Vers aufs Papier bringen. Sehr toll. Damals gab es den Begriff Lettering noch nicht. Und auch niemand ist auf die Idee gekommen sein Geschreibsel dann zu digitalisieren. Schade eigentlich, das wäre ein toller Kurs gewesen. Ich hoffe das heutzutage ein Exkurs ins Lettering Bestandteil der typografischen Ausbildung an den Hochschulen ist.

Für alle die wie ich da Nachholbedarf haben: Handbuch Handlettering ist das neue Buch von Chris Campe und gerade im Haupt Verlag erschienen. Es ist wahnsinnig umfangreich und beschäftigt sich ausführlich mit allem, was zum Lettering dazugehört:
Grundlagen der Typographie und Komposition, Brushlettering und die entsprechenden Werkzeuge, illustrative Schrift und die Zickzack-Zeichentechnik, Digitalisieren und die geliebten Bézierkurven und ganz ganz viele Übungen um ins Lettering reinzukommen und am Ball zu bleiben.
Etwas, das mir sofort ins Auge gesprungen ist und was ich definitiv gleich morgen ausprobiere ist der 21 Tage Übungsplan. Frei nach dem Motto: it takes 21 days to build a habit bekommt man 21 Übungen an die Hand um für die kommenden 3 Wochen lang das Schreiben zu üben.
Alles braucht seine Zeit und man muß üben, üben, üben um die Buchstabenformen flüssig schreiben zu können. Durch die Wiederholung speichert man Bewegungsabläufe und wird sicherer. Bei den Übungen geht es aber nicht um die stumpfe Wiederholung sondern auch um das Ausprobieren von Schreibweisen, die einem vielleicht nicht so leicht fallen. Also ich bin gespannt. Morgen ist Tag 1: Schreiben Sie sehr aufrecht.

Ich denke das Buch ist perfekt für alle Schrift Begeisterten egal welcher Vorbildung, die Spaß an Buchstaben haben und sich ernsthaft auf Lettering einlassen wollen.
Diejenigen, die Lettering beruflich in ihre Arbeit einbringen wollen, bekommen ein fundiertes Wissen an die Hand um spannende Kompositionen mit illustrativer Schrift oder dem Brushpen zu entwickeln. Viele Abbildungen zeigen wie man einen Entwurf selbst kritisieren und verbessern kann, wo häufige Fehler liegen und wie man sie lösen kann.

Wer gerne eine persönliche Anleitung ins Lettering erhalten möchte, der kann sich auf der Webseite von Chris ihre nächsten Workshoptermine ansehen. (Alle Typo-Konferenz Teilnehmer: aufgepasst!)

Ich bin sehr happy darüber, dieses Buch als Rezensionsexemplar vom Haupt Verlag bekommen zu haben. Ich verleihe es auch gern an Letterer-in-spe, wenn ich mit meinem 21-Tage Übungsplan durch bin. ;-)
-------- Hello my international readers. If you're looking for a hands-on book about lettering, this is it! It's only available in german at the moment but the author Chris Campe teaches Workshops that you can join if you want to step into Lettering!

an online course for letterpress beginners

12.04.2017

In meinen Adana Bootcamp Workshops habe ich viele begeisterte Druckanfänger kennengelernt. Eigentlich berichten mir alle, dass sie über ihr bisheriges Druckergebnis enttäuscht sind und sogar oft das Handtuch schmeißen, da sie in der Arbeit mit ihrer Presse nicht weiterkommen.

Klingt frustrierend und ich kann es so gut verstehen. Ich hab ja auch mal angefangen.

Daher arbeite ich gerade an einem Online Kurs der Euch genau diese Hürde nehmen wird und über Videos, Fotos und Screencasts zeigt, wie ihr mit einer Boston-Tiegel Presse (Adana o.ä.) schöne und vor allem gut gedruckte Papierprodukte herstellen könnt. Ganz ohne Frust. Voraussetzung ist natürlich, dass ihr bereits einen Tiegel habt.

Im Moment bin ich noch am vorbereiten, schreiben, fotografieren und filmen. Ich habe eine Seite eingerichtet auf der ihr schonmal schauen könnt: Hello Letterpress.
Und über Feedback oder Anregungen freue ich mich natürlich auch. :-)

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I am excited to tell that I am preparing an online course for beginners who already have a table top press and want to get more comfortable in using it. At the moment I am writing and shooting content but I made a small page with some more details. The course is called Hello Letterpress if you want to have a look. It will be in german and english. ;-)

making patterns #2

10.04.2017



Die Muster aus meinen letzten Druckversuchen hab ich eingescannt und ein bißchen herum geschoben. Mir fällt es nicht leicht in Mustern zu denken, da ich sonst nie so flächig arbeite. Ich habe erstmal nachgelesen, was ein Rapport im Halbversatz ist und es gleich mal ausprobiert. Könnt ihr es erkennen?
Es gibt noch mehr Bleisatz in meinen Schubladen, der sich zu Mustern kombinieren lassen könnte. Mal schauen, ich werde da noch ein bißchen weiter spielen.



I just had to keep up with this pattern thing. So I scanned the patterns I created last time and rearranged them in photoshop. It's not going easy for me as I don't work with repeats daily but it was fun. I had to look up how to do a half drop repeat pattern. Can you see it? Now I am a kind of hooked. I will definitely make some more.


letterpress beginners equipment: when you work with polymer plates

06.04.2017

Viele Letterpress Anfänger haben großes Interesse ihre eigenen gezeichneten oder kalligraphierten Designs zu drucken. Vor allem wenn man Hochzeitskarten komplett am Rechner gestaltet kann man auf Bleisatz verzichten und mit Klischees arbeiten. Man braucht dann dafür einen Plattenbelichter, dementsprechende Photopolymerplatten und eine Unterlegplatte auf welche die Klischees aufgeklebt werden. Eine entsprechende Klebefolie kommt auch noch auf die Shopping Liste. 

The most beginners in Letterpress want to print their own design. This can be hand drawn, hand lettered or done on the computer. Therefore you have to get a polymer plate made or make the plate yourself.

Ich habe keinen Plattenbelichter und es lohnt sich für mich nicht einen anzuschaffen, da ich nur wenige (und zur Zeit gar keine) Auftragsarbeiten mache. Wenn ich mal ein Klischee brauche, lasse ich mir eins anfertigen. Aber es ist sicher klug gleich einen UV Belichter zu kaufen, wenn man mit großformatige Klischees arbeiten will, da die um einiges günstiger sind wenn man sie selbst herstellt. Hier kann ich leider keine Tipps geben außer in den einschlägigen Foren drukwergeindemarge oder eBay Kleinanzeigen nach Geräten zu schauen.

I do not have a UV exposure unit cause I don’t do client work so often. I mostly use my movable type for my greeting card collection and have to get a cliche made if I need an illustration. But for all of you who mainly want to print from polymer it’s worth to buy a UV light and make the plates yourself. Look for a UV light exposure unit on drukwerkeindemarge or eBay.

Es gibt Photopolymer ohne oder mit Alu/bzw. Stahlrücken. Die in Deutschland gängigen Stärken sind 1,75 mm und 0,94 mm. Man sollte sich anfangs auf eine Stärke festlegen, da sich die Höhe der Unterlegplatte daran orientiert. Klischee + Klebeband + Unterlage muß die Schrifthöhe erreichen, die für die jeweilige Presse nötig ist, zum Beispiel 23,54 mm für deutsche Druckpressen und 23,32 mm für englische Pressen wie die Adana.
Einige Andruckpressen haben ein verstellbares Fundament (eine super Sache!!) so dass dieser Punkt etwas ignoriert werden kann.

There’re different thicknesses of polymer plates available and you have to make sure you choose the right one that goes with your base. Your polymer, the adhesive tape and the base has to meet the type height of your press. This can either be the german height 23.56 mm or the eng/us height 23.32 depending on your press.


Viele Letterpress Anfänger sehen die sogenannte Boxcar Base häufig in Gebrauch bei anderen Druckern. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und Stärken und mit einer praktischen Millimeter Einteilung. In diesem Stil gibt es auch die Chase Base von Lyme Bay Press und die Adana Base von Caslon. Allen gemein ist, dass sie mit englischen/amerikanischen Klischeestärken kombinierbar sind, und so nur die engl-/amerik. Schrifthöhe erreichen. Klebt man ein deutsches Klischee auf ist das gesamte Werk zu hoch.

If you have to meet the english height, use one of the bases and their matching polymer plates from the suppliers above. You find all the details on their sites. You can’t use an english base with a german plate; it’ll be to high for your press and ruin your print.

Meines Wissens gibt es in Deutschland keinen Anbieter für solche Unterlegplatten (wie die von Boxcar) die mit den deutsche Klischees (1,75 oder 0,94 mm) kombinierbar sind. Daher muß man sich selbst eine Platte aus Alu anfertigen lassen. Manche Drucker benutzen eine magnetisches Unterlage, so dass die Klischees mit Stahlrücken an ihnen haften und keine Klebefolie notwendig ist.

Ich habe keine Unterlegplatte, da ich mit Unterlegstegen arbeite. Das ist altes Buchdruck Material was schon früher für das Montieren von Klischees benutzt wurde. Die Unterlegstege haben verschiedene Längen und Breiten und lassen sich so zu einer größeren Fläche kombinieren, was ich praktisch finde.
Einiges Klischees wie das Fahrrad zum Beispiel lasse ich einfach aufgeklebt und stelle sie zur Seite, da ich sie immer wieder verwende. Das ginge mit einer Unterleplatte im Stil der Boxcar Base nicht. Ihr findet Unterlegstege auf eBay und auch auf drukwergeindemarge, und auch hier bitte auf die Höhe achten.

Ich hoffe ich konnte euch eine kleinen Überblick geben.
Nochmal zusammengefasst: UV-Lampe, Photopolymerplatten, Klischeeklebefolie und Unterleplatte (oder -stege) passend zur (Schrifthöhe der) Druckpresse besorgen.
Viel Spaß beim Drucken!
ps: habt ihr gesehen, dass es ein kostenloses ebook gibt für das Drucken auf der Adana?

letterpress beginners equipment: when you work with movable type

03.04.2017

Ich habe vor fast 8 Jahren angefangen zu drucken. Ich hatte schon einige Holz- und Bleibuchstaben während meiner Uni-Zeit gesammelt und freute mich darauf diese mit meiner ersten Druckpresse, der Adana abzudrucken. Da ich Schrift generell sehr spannend finde, war irgendwie von vorn herein klar, dass ich weitere Schriften anschaffen würde, das machte mir auch unheimlich Spaß.
Ich mag gern diese Puzzlearbeit, die zum Setzen einer Form nötig ist und ich mag auch, dass mich der Bleisatz einschränkt. Ich kann nur aus meinen vorhandenen Schriften wählen und muß meine Ideen und Layouts daran anpassen.

As I started letterpress printing I was eager to finally print the letters I had collected over the years on university. I am totally enthusiastic about type and it was no question to stop collecting fonts. I very like the puzzle-ish aspect of setting up the chase and I enjoy touching each letter and feeling the surface.

Möchte man im Letterpress mit Holz-oder Bleisatz arbeiten, braucht man allerdings nicht nur die Schriften (in verschiedenen Punktgrößen), sondern vor allem auch jede Menge Blindmaterial und Stege in verschiedenen Größen. Die Spatien werden zwischen die Buchstaben gesteckt um sie zu sperren oder um Wortabstände zu bilden und mit den Quadraten füllt man Zeilen auf. Dann gibt es noch Regletten für die Zeilenabstände und für die Leerräume im Schließrahmen hat man Stege. Das alles braucht natürlich viel mehr Platz, es muß in Schränken und Setzkästen verstaut werden. Üblicherweise entwickelt man eine Sammelleidenschaft und es bleibt nicht nur bei einer Handvoll Schriften. 

What didn't occurred to me was the fact that you do not only need the type you also need a lot of spacing material that goes in between the letters, words and lines. Not only grew my collection of type but the non-printing material took up a decent amount of space as well.

Ich habe einige Schriftsätze online gekauft, andere über eBay ersteigert und so manche Setzschublade aus Druckerei-Auflösungen bekommen. Von den letzteren hätte ich die Hälfte lieber nicht genommen. Im Nachhinein ärgere ich mich über diese unüberlegten Anschaffungen. Daher habe ich mir folgende Regeln auferlegt, um im Zukunft nur noch Bleisatz anzuschaffen, der zu meinen Anforderungen an Grußkarten und kleine Poster passt: Antiqua oder Grotesk Schriften in 3 Größen (24/36/48 pt), keine Schreibschriften mehr aber gerne noch Kreise, Dreiecke, Linien.

I definitely bought type that I don't use and this bothers me a lot. Over the last years I noticed which kind of type I tend to use the most and I came up with some style and size guidelines for my future purchases. This means no script fonts but serif & sans-serif fonts in 3 sizes like 24/36/48 pt and some more lines, ornaments and graphic elements. The overall rule: only buy a font you truly like.

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